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Die Geschichte der Schrift ist die zweit älteste Geschichte der Menschheit. Lediglich übertroffen von der Sprache. Schrift war schon immer mehr als ein Kommunikationsmittel. Schrift war Ausdruck für Wohlstand, Bildung und Kunst. Die Bibliothek von Alexandria galt in der hellenistischen Zeit als die größte Sammlung von Schriften der antiken Welt. Gegründet 288 v. Chr. sollen dort bis zu 700.000 Schriftrollen gelagert gewesen sein. Die Christen zerstörten die Bibliothek unter dem damaligen Patriarchen Theophilus im Auftrag von Theodosius dem Großen im Jahr 391 n. Chr. Als Alexandria 642 durch den Kalifen Omar für den Islam erobert wurde, befahl er, alle noch vorhandenen Bücher zu vernichten, die dem Koran widersprachen. Da die übrigen Werke notwendigerweise nur das wiederholten, was sowieso bereits im Koran stand, waren sie folglich ebenfalls überflüssig, und konnten deshalb ebenfalls guten Gewissens vernichtet werden. Die Handschriften wurden zur Beheizung der öffentlichen Bäder verbrannt.
Über Tausend Jahre später steht wieder eine der größten Bibliotheken der Welt in Alexandria. Diese 2003 neu gebaute Stätte des Wissens ist jedoch mit gerade mal 20.000 gedruckten Werken etwa so gut ausgestattet wie eine bessre Universitätsbücherei.
Diese Tatsachen nahmen sich 15 Kaligrafen aus dem Alpenraum zum Anlass, die Bibliothek von Alexandria um eine echte Handschrift zu bereichern.
Jeder der Künstler wählte Text, Farbe und Schriftart selbst aus. Festgelegt war lediglich die Bogen, Größe und Anzahl der Seiten.
So entstand ein sicherlich einmaliges Werk unter dem Titel ,, Ein Buch für Alexandria“.
Die gewählten Texte spannen einen Bogen vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Freie kalligrafische Werke werden von klaren klassischen Schrifttypen abgelöst und zeigen die ganze Vielfalt, die sich im Laufe der Jahrtausende aus den einfachen Buchstaben entwickelt hat.
Dieses Werk wird in einem feierlichen Prozess dem Staat Ägypten geschenkt, und wird dann hinter den Türen der Bibliothek verschwinden. Bis es jedoch so weit ist, wollen wir, die Künstler, möglichst vielen Menschen unsere Kunstwerke näher bringen. |
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